4. April 2026 – Einkaufssamstag

Schon vor dem Frühstück war Gesangsstunde, wir befassten uns heute viel mit Bildern und stellten fest, wenig überraschend natürlich, dass für uns unterschiedliche Bilder funktionieren. Wo der Gesangslehrer gerne von „Stütze“ spricht, von unten gedacht, sehe ich ein Luftpolster, auf dem meine Stimme obendrauf liegt. Wo er einen „umarmenden“ Klang sieht, ist mein Bild ein „Heiligenschein“. Und so weiter.

Er fragte, ob ich mich jetzt für einen Song für den Termin Ende des Monats entschieden hätten. Ende des Monats reisen Violinista und ich nämlich als Teilnehmerinnen zu etwas, das ich „DSDS“ nenne, obwohl es das natürlich nicht ist, das wäre ja ein großes Abenteuer und ich mache dieses Jahr nur kleine Abenteuer. Es heißt aber so ähnlich, nicht klanglich sondern semantisch, also sage ich jetzt so.

Und weil wir darüber sprachen, erinnerte ich mich, dass ich vorher noch einen Frisiertermin machen wollte, es wäre auch eine Woche später noch vertretbar, doch verreise ich lieber mit einfachen Haaren, zumal ich las, dass die Zimmer nicht als Standardausstattung über einen Fön verfügen. Und zapp, schon das nächste kleine Abenteuer, ich klicke immer auf „beliebiger freier Termin“ und werde dieses Mal bei L. landen, die ich noch nicht kenne, laut Website sind Kurzhaarfrisuren ihre Spezialität, das passt ja, allerdings auch Expertin für Farbe, ich hoffe, das geht gut, ich hörte von einer Freundin, die den Salon anzündete, nein, nein, nur verließ, als ihr die postmenopausale lila Strähne in der Kurzhaarfrisur angeboten wurde.

Danach rauschte der Tag erstaunlich schnell vorbei. Ich hatte gerade kurz Scones gebacken, da war Cucinacasalinga online und ich wollte ja sowieso noch Schreibtischdinge erledigen. Doch gerade, als wir einander auf den aktuellen Stand gebracht hatten – und selbst das nur so halbwegs – rief schon M an. Wenige Minuten später stand sie vor der Tür und wir machten gemeinsam noch ein paar Erledigungen. Jetzt ist hier für die nächsten zwei Feiertage auch ausreichend Klopapier im Haus!

Und dann war auch schon wieder Abendessen. Diese Sache mit dem Essen finde ich wirklich etwas stressig an Tagen, die ich zu Hause verbringe, immer muss man schon nach wenigen Stunden wieder nachdenken und Handlungen beginnen. Für den Urlaub werde ich mir da etwas ausdenken müssen, sonst habe ich ja gar nichts von den freien Tagen.

Ich fühle mich immer noch nicht 100%ig fit. Habe den Eindruck, dass eine Runde Schwimmen dies behoben hätte, doch das Schwimmbad hat bis Dienstag geschlossen. Ein Spaziergang half nicht, ich gehe ja außerordentlich gerne doch an manchen Tagen – und so einer war heute – habe ich das Gefühl, meine Beine wären ein kleines Stück zu lang und folglich bewegen sie sich etwas unkontrolliert und nicht gleichmäßig-geschmeidig.

Deshalb gehe ich jetzt gleich auch schon wieder schlafen. Denn morgen früh um 7 beginnt die Osterreise zu Papa N. Und übermorgen ist dann noch ein Tag frei! Wahnsinn.

3. April 2026 – Karfreitag

Das Aufregendste heute war, dass ich für mich beschlossen habe, in einem der kommenden Jahre an Karfreitag ins Münsterland zu reisen und Struwen zu essen, in einem Landgasthaus. Alternativ natürlich, falls mich wer einlädt, bei dieser Person zu Hause. Da ich aber sehr wahrscheinlich erst morgens an Karfreitag losfahren würde, und für die Struwen den frühen Nachmittag optimal finde, die Fahrzeit ca. 3 Stunden sind und ich keine Frühaufsteherin bin, müsste ich eine Zufallsbekanntschaft, die zu einer Einladung nach Hause führt, in ungefähr 30 bis 90 Minuten herbeiführen. In Münster. Man soll sich die Ziele auch nicht zu hoch stecken.

Auf Mastodon entwickelte sich gleich eine Bewegung von Menschen, die, ausgelöst durch meine Struwenplan, wenn ich richtig verstehe zeitnah, auch in diese Gegend reisen möchten, aber wegen Pferden. Nicht zum Pferde essen allerdings, auch nicht zum Pferde reiten, sondern wohl zum Pferde anschauen. Oder so. Egal. Ich hoffe nur, es kommt nicht noch ein Rosinengespräch, ich habe in meinem Leben schon zu viele Rosinengespräche gehört und gelesen. Rosinen jetzt wegen der Struwen, ich wollte schon Stuten schreiben wegen Rosinenstuten, dann wäre es verwirrend geworden.

Davon abgesehen – und von 6 Maschinen Wäsche abgesehen – geschah heute nichts, nur sang ich noch morgens (mit dem Chor) im Karfreitagsgottesdienst. Die Kirche war nicht gut besucht, im Live-Stream waren 12 Personen, in der Kirche nur wenig mehr. Davon ein älterer und ein jüngerer Herr mit asiatischem Äußeren, sie sprachen mich hinterher am Fahrradständer auf Englisch an, es habe ihnen sehr gut gefallen und fragten „Is it expected that we ask the conductor for an autograph?“. Ich erwiderte „It’s not expected, though you’re entirely welcome to do the unexpected“. Ich weiß nicht, ob das hilfreich war.

(Rosinante. Ich muss jetzt noch einmal hier Rosinante hintippen)

2. April 2026 – 15. Arbeitstag vor Urlaub

Ich habe heute wieder zwei Beinahe-Abenteuer erlebt. Wie neulich schon, als ich beinahe in Badebekleidung aus dem zu evakuierenden Schwimmbad geholt worden wäre, wenn ich nicht nochmal zum Auto zurückgegangen wäre, weil ich meine Zehnerkarte vergessen hatte.

Auch heute trugen sich die Beinahe-Abenteuer im Schwimmbad zu. Ich hätte nie gedacht, dass dieses Hobby so spannend wird!

Als erstes bemerkte ich, als ich beim Umziehen in meinen himbeerfarbenen Badelatschen schlüpfte, dass da schon wieder irgendein Steinchen oder so drinhängt, wie auch schon bei den letzten Schwimmbadbesuchen. Da ich mich irrational vor Schwimmbadfußböden ekele, kann ich die himbeerfarbenen Badelatschen leider nie mit den Händen anfassen, schubberte also mit dem Fuß darin herum, um das Steinchen zu entfernen, doch es ging nicht. Ich überlegte kurz, ob ich evtl eine kleine Warze an der Fußsohle habe und untersuchte dies – negativ. Im Latschen dennoch wieder ein pieksiges Gefühl. Ich überwand mich, nahm ihn in die Hand entdeckte, dass in der Sohle ein Nagel steckte, der sich bis ganz knapp ins Fußbett durchgeschoben hatte. Nagel entfernt, alles gut. Ich dankte dem Badelatschen, dass er mich davor bewahrt hatte, am Karfreitag mit einem Nagel durch den Fuß in eine Notaufnahme zu fahren, wie so eine Person, die Kreuzigung nachspielt und nach 1/4 den Mut verliert.

Das zweite Beinahe-Abenteuer war ganz am Ende des Besuchs. Als ich nämlich aus dem Becken stieg, war es kurz vor der Schließzeit und der Bademeister, dem ich frohe Ostern wünschte, sagte, ich sei die letzte Frau im Schwimmbad und solle doch bitte wenn ich umgezogen bin nochmal kurz vorbeikommen, damit er weiß, dass die Damen-Duschen und -Umkleiden leer sind und er kontrollieren kann. Das wollte ich tun, war auch exakt 3 Minuten voir der Schließzeit mit allem fertig, doch der Bademeister war unauffindbar. Und während ich ihn in den Gängen suchte, ging überall das Licht aus und eine schwere Tür fiel ins Schloss.

Ich schwöre, es verging keine Millisekunde, bis ich mich schon freute, das Schwimmbad für eine Nacht ganz für mich zu haben! Völlig ungestört könnte ich noch viele Bahnen ziehen, zwischendrin warm duschen und wenn ich hungrig würde, die beiden Apfel und die Karotte und die Kohlrabi essen, die ich noch in der Tasche hatte. Damit kommt man ja durch eine Nacht. Ja, vielleicht würde ich müde, bestimmt gäbes aber irgendwo eine Sanitätsliege, auf der ich mich mit meinem großen Badehandtuch zudecken könnte. Und wenn nicht würde ich dann einfach irgendwann gegen 1 oder 2 Uhr morgens die Polizei rufen.

Ich hatte mir schon alles schön ausgemalt, als das Licht wieder anging und der Bademeister mir mit einer Taschenlampe entgegen kam, im Umkleidebereich war eine Sicherung herausgeflogen, das Schwimmbad war noch gar nicht leer.

Als ich am Auto stand und die Handtücher umpackte, blieb einer der Schwimmherren neben mir stehen und sagte „Achso, Sie haben mich ja vorhin überholt, aber jetzt sehe ich, Sie sind ja eine Schwimmerin, dann ist ja alles klar!“ Ich schaute wohl sehr fragend. „Na dieses Spezialhandtuch!“, glaubte er zu erklären. „Ich bin verwundert, dass mein Handtuch mich als Schwimmerin kenntlich macht und nicht mein Schwimmen“, stellte ich fest. „Also ich weißt jetzt jedenfalls, wie ich das meiner Frau erkläre!“, erwiderte der Mann meiner Auffassung nach zusammenhanglos, aber froh. Ich hakte das Erlebnis ab, er ist vermutlich einfach in einer anderen Realität zu Hause als ich.

Dass das mit dem Schwimmen heute geklappt hatte, freute mich sehr. Fast wäre ich nämlich wieder im Büro hängengeblieben, weil das Conditional Formatting in Excel, das in einem Sheet Zahlen <0 rot markieren soll, die 0 auch rot markiert, weil sie durch eine Formel entsteht und so vermutlich als Sondewert gesehen wird, den ich irgendwie in einer Hilfsspalte (oder vielleicht auch direkt in der Formel) mit =value oder sowas umwandeln müsste. Ich habe dann beschlossen, dass mir das ganz egal ist, ich bin sowieso keine Freundin von Farben in Excel-Sheets und wenn irgendwer Farben will, soll er oder sie sich mit dem Thema befassen.

Ansonsten habe ich heute einen großen prä-Urlaubsbrocken erledigt, gleichzeitig bin ich jedoch auf einen weiteren Brocken, den ich verdrängt hatte und einen anderen, den ich für erledigt gehalten hatte gestoßen. Den einen beginne ich nächste Woche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass er vor dem Urlaub fertig wird. Den anderen werde ich anstoßen, er ist jedoch ein Mehrmonatsprojekt über diverse Standorte. Ich habe mit der Pariser Kollegin heute abgemacht, dass ich den Stein nächste Woche ins Wasser werfe und sie die Wellen in die richtige Richtung immer wieder anschubst, nach meinem Urlaub sehen wir dann weiter. Alle Bälle, die das eine Großprojekt betreffen, liegen seit heute nicht mehr bei mir; das andere Großprojet ist im aktuellen Status sowieso völlig außerhalb meiner Kontrolle.

1. April 2026 – 16. Arbeitstag vor Urlaub

Ich probiere es nochmal mit Urlaub, nachdem ich ja im Dezember an Krankheit gescheitert bin (an der Krankheit anderer, nicht eigener Krankheit) und ab Januar an irgendwie allem, einem riesigen Sammelsurium privat wie beruflich, dessen Komponenten jede einzelne sehr laut „Kümmer dich!“ riefen.

Das meiste davon ist erledigt oder unter Kontrolle, zwei Großprojekte bleiben, die bleiben jedoch noch für mindestens acht Monate bzw. zweieinhalb Jahre und können daher Urlaubsplänen nicht weiter entgegenstehen. Das geht ja gar nicht.

Ich probiere meinen Countdown also erneut: Heute war Arbeitstag 16 vor Urlaub!

Der Tag begann damit, dass Neue Mitarbeiterin 1 von 2 sich krankmeldete. Ich dachte erst an einen Aprilscherz, wer wird denn am allerersten Arbeitstag krank? Es war aber keiner. Immerhin war es nicht meine neue Assistentin, die krank wurde sondern die von jemand anders, so hatte ich damit nicht allzu viel zu tun, außer ein Willkomenslunch umzubuchen und vielen anderen Leuten zu sagen, dass sie jetzt halt alle Trainings- und Einarbeitungspläne bitte anpassen müssen auf „vermutlich ab Dienstag“. Und ein Blumenstrauß musste abbestellt werden. Da denkt man, nunja, das ist ja das geringste Problem. Weit gefehlt, noch bis zum Nachmittag wollte die zuständige Person mich in Gespräche zu zukünftigen Blumenbestellungen verwickeln, sie hatte sich bei der Abbestellung mit dem Blumenladen nämlich so sehr gestritten, dass eine weitere Geschäftsbeziehung aus ihrer Sicht nicht mehr möglich war. Ist mir ja vollkommen egal, es müssen dann nur woanders Blumen organisiert werden, nämlich für „vermutlich Dienstag“ und da hakte es dann, ich musste um 16 Uhr noch einmal sehr streng „ich erwarte, dass ihr diese Aufgabe alleine und ohne meine Unterstützung oder Entscheidung bewältigt“ sagen.

Zwischendrin war ich mit der eigenen neuen Assistentin zur Begrüßung Mittagessen, in einer relativ neuen Lokalität und, naja, sie müssen noch üben. Der Vorspeisensalat, der extra als Beilage bestellt wurde, kam dennoch vor dem Hauptgang, der Zucker, der zum Espresso bestellt wurde, kam gar nicht und die Frage nach Butter zum Brot wurde nur mimisch mit schreckensweit aufgerissenen Augen und offenstehendem Mund beantwortet.

Den ganzen Nachmittag über quälten mich kleinteilige operative Tätigkeiten, die ich unbedingt loswerden muss und auch sehr bald loswerde, an die neue Assitentin nämlich, ich freue mich schon sehr – und sie sich auch! Zwischendrin gab es noch eine Zusammenstoß mit dem Chef, der mir eine Mappe auf den Tisch schlenzte (die mit mir nichts zu tun hatte, auch nicht von mir kam) mit den Worten „da sind sieben Unterlagen drin und auf zweien fehlt der Stempel, wie schwer kann es sein?“ und ich rotzte zurück „Oh wow, da werden wir den Standort jetzt wohl wegen Inkompetenz schließen müssen!“ und warf die Sachen vor seinen Augen in die Schreddertonne, worauf er konsterniert sagte „Aber warum werfen Sie es weg, ich habe ja trotzdem unterschrieben!“

Tja, Missverständnis.

Am Abend zeigte das neue Zeiterfassungssystem, das ich gerade teste, 1,7 Überstunden an und auf dem Weg zum Schwimmbad war Stau, so dass ich das Schwimmen vor der Schließzeit nicht mehr ausging. Schade. Naja ein Abend im Sessel ist auch schön.

WmdedgT 3/2026

Alles zu WmdedgT wie immer bei Frau Brüllen.

Ich wachte morgens ausgeschlafen und erholt nach 7h45min ununterbrochenem Schlaf auf. Gestern war ich nämlich abends schwimmen und erst gegen 22 Uhr zu Hause, danach kippte ich ins Bett und dann war schon der nächste Tag. An Träume kann ich mich nicht erinnern. Ich trödelte im Morgenablauf ein wenig herum, denn zum ersten Mal in dieser Woche hatte ich keine frühen Termine, vielleicht trödelte ich aber auch gar nicht, denn ich kam früher als an allen anderen Tagen im Büro an, obwohl ich mich gar nicht beeilt hatte, im Gegenteil. Vielleicht läuft bei mir einfach immer alles am besten, wenn ich es im eigenen Tempo mache und nicht nach der Uhr.

Heute war der Chef vor seiner nächsten längeren Abwesenheit noch für einen guten halben Tag da, also versuchte ich auf alles, was noch anstand oder zu antizipieren war eine Unterschrift zu bekommen und das gelang auch. Irritierenderweise begegneten wir uns dabei aber nicht. Ich lief ständig mit Papier in sein Büro und er war nicht darin, später war ich dann irgendwo anders und bei meiner Rückkehr lagen die unterschriebenen Papiere auf meinem Tisch, er hatte sie vorbeigebracht, das lief vier Mal so. Und sogar bei einem Meeting, an dem wir beide teilnahmen, trafen wir nicht aufeinander. Ich war anfangs da, musste dann aber wegen einer dringlichen anderen Problematik den Raum verlassen. Er hingegen kam nicht wie geplant aus einem anderen Termin, so dass er erst eintraf, als ich schon wieder gegangen war.

Obwohl ich das Meeting früher verließ, konnte ich noch Essen abgreifen: ein halber Wrap mit Krabben oder sowas und eine Bowl mit diversem Gemüse und Hühnchen, außerdem ein hübsch verziertes kleines Dessert (mit Schokoblatt, roten Beeren und grünen Pistazienkrümeln). Verzehr in der Mittagspause, währenddessen Telefonate in Sachen Papa N. mit Krankenkasse, Pflegekasse, Pflegeheim, Hausverwaltung und Vermieter. Die Zeit verging rasch.

Am Nachmittag ein Team-Meeting, das ich jetzt wöchentlich für 15 Minuten mache, um Fragen zu bündeln. Immer mal wieder rutschen wir in eine Situation, in der sämtliche Fragen des gesamten Standortes an mich gerichtet werden, auch, wenn es andere gäbe, die sie beantworten könnten. Meine Theorie ist, dass dieses Phänomen vermehrt in Zeiten emotionaler Unsicherheit auftritt. Aktuell ist eine solche Phase und ich muss gegensteuern, denn sonst drehe ich vollends durch.

Meine zeitintensiven Projekte entwickeln sich derweil munter weiter. Die ASA-Prüfung ist überstanden, vom Steuerprüfer habe ich lange nicht gehört, zwei von drei Stellen sind besetzt, zwei Mietvertragsangebote liegen vor. Es wird sich demnächst alles sortieren, was gut ist, denn ich möchte jetzt wirklich, wirklich den Urlaub nehmen, den ich seit Weihnachten jetzt schon dreimal verschoben habe.

Damit mir auch privat – neben den Angelegenheiten, die eine Heimunterbringung und Wohnungsauflösung so mit sich bringen – nicht langweilig wird, habe ich am Sonntag aus einer spontanen (enorm schlechten) Laune heraus meine Google-Infrastruktur aufgelöst, also: die Mailkonten und Kalender zu Proton verlegt, die Cloud zu Jottacloud. Natürlich gibt es nachlaufend jetzt noch einiges aufzuräumen, doch ich muss sagen: es waren nach der (ca. 90-minütigen) Entscheidungsfindung nur ein paar Klicks. Das hatte ich mir wirklich aufwändiger vorgestellt, immerhin hatte ich alles, mein ganzes Leben, bei Google und sogar mal einen Alias namens „Google-Girl“. Am Ende war es dann eine toxische Beziehung. Sie ist vorbei. Und seitdem ist in meinen Mailkonten eine wunderbare Ruhe eingekehrt, es ist ja alles noch frisch und frei von sämtlichem Spam. Fühlt sich wirklich gut an. Vielleicht gehe ich bald zum Friseur und mache mir eine neue Frisur.

Jedenfalls habe ich jetzt unterwegs immer eine gute Beschäftigung – ich prüfe in den alten Konten eingehende Mails und ändere bei den Anbietern entweder Mailadresse und Passwort oder lösche das Account.

Irgendwann – es war bereits dunkel doch der Himmel leuchtet jetzt abends immer schon ein wenig – verließ ich das Büro und fuhr nach Hause, nicht ohne vorher noch einen Stop in der Drogerie zu machen und Creme für „reife Haut“ zu kaufen.

Die ersten 30 Jahre meines Lebens verwendete ich ja für alles die Niveacreme in der blauen Dose, dann wurde sie mir zu „okklusiv“ (ein Wort, das ich im Zusammenhang mit Creme ganz neu gelernt habe) und ich wechselte zu einem anderen Drogerieprodukt, das als „leichte Basispflege“ ausgewiesen war. Und nun plötzlich juckt und spannt meine Haut immer mal, das erwähnte ich am Wochenende in einem Gespräch mit Schanuf und sie sagte – in der Essenz, ihre Worte waren ganz anders – „Du hast jetzt alte Haut und musst halt eine Creme dafür kaufen“.

Also tat ich das gleich am Montag. Um das Problem für immer zu lösen nahm ich gleich die Creme für ganz alte, sorry, reife Haut, also das Maximalprodukt, was auch sofort jedes Jucken und Spannen beseitigte und nach dem Schwimmen und nachts durchaus okay ist, tagsüber aber jetzt doch noch ein bisschen zu viel des Guten. Deshalb ging ich heute noch einmal zurück und kaufte die Variante für mittelalte (=anspruchsvolle) Haut, eine Stufe drunter, vielleicht muss ich dann mit 70 nochmal neu überlegen. Naja da habe ich hoffentlich mehr Zeit als jetzt gerade.

Morgen probiere ich also die Creme für anspruchsvolle Haut, wobei ich meine Haut nie als anspruchsvoll wahrgenommen habe, sie hat mich eigentlich nie sonderlich beschäftigt außer bei Sonne. Ich hätte lieber eine Creme für anspruchslose Haut gekauft oder vielleicht für fröhliche Haut. Kosmetik ist immer allzu problemorientiert, finde ich. Lange gab es ja auch nur Shampoo für Problemhaare – für splissiges, brüchiges, trockenes, fettiges, dünnes Haar und so weiter. Also nur Shampoo für Leute, die ihre Körperteile dissen. Das muss man sich mal vorstellen, was für ein Fuck-up! Ich fand mein Haar immer super und wechselte daher sofort zur „Prachtvoll“-Serie von Guhl, als ich sie entdeckte.

Zurück zum Thema, das ja der Tagesablauf ist. Zu Hause bereitete ich Nudeln mit einer Tomaten-Zucchini-Bohnensoße zu, als alles fertig war, hatte ich Appetit auf Nudeln pur, also aß ich das. Die Soße hält sich ja. Und dann saß ich im Sessel und klärte ein Rätsel auf, das mich seit morgens beschäftigt hatte, als ich im Kalender sah, dass ich Sonntag eine Verabredung zum Buchclub habe. Nämlich lesen wir gerade ein Buch, das mir sehr gut gefällt und es taten sich für mich gleich zwei Probleme auf: zum einen werde ich am Sonntag zur geplanten Buchclubzeit noch auf der Autobahn sein und zum anderen konnte ich mich partout nicht mehr daran erinnern, wie das Buch zu Ende ging. Also an gar nichts, meine Erinnerung bricht mittendrin ab.

Ich beruhigte mich mit dem Gedanken, dass ich ja wirklich aktuell viel um die Ohren habe und das Ende vom Buch deshalb vergessen habe. So war es aber, wie ich vorhin feststellte nicht. Sondern ich habe das Buch gar nicht beendet, eine Stunde Lesezeit liegt noch vor mir. Was mich freut, denn so ein nicht erinnerliches Ende wäre bei einem guten Buch doch sehr schade gewesen! Jetzt habe ich nur noch das Probem, dass ich am Sonntag gar keine Zeit habe für den Buchclub, aber vielleicht kann ich telefonisch aus dme Auto teilnehmen.

22. Februar 2026

Jemand hat meine Tägliche Unverbindliche Contentvorschlagliste in „nervige Datei die nicht weggeht“ umbenannt. Das amüsiert mich seit gestern Abend und ich fühle mich verschwestert. Ich habe auch ein paar solcher Dinge, die immer wieder irgendwo auftauchen und immer wieder klicke ich drauf, was dazu führt, dass sie noch häufiger auftauchen. Anfangs benannte ich sie um in „nicht klicken“, vergaß dann aber oft, dass ich selbst das geschrieben hatte und dachte mir hey, wer sagt, ich soll da nicht klicken? (etc). So wechselte auch ich zu Formulierungen, die mehr nach mir klingen und nun tatsächlich verhindern, dass ich draufklicke.

Ich habe die Liste in diesem Zuge abgeändert. Sie ist nicht mehr mit Daten versehen, weil ich ja sowieso nicht täglich schreibe. Und es erspart viel Herumscrollen, unsere Finger werden alle nicht jünger. Ich denke, das neue Verfahren ist unmittelbar verständlich und auch von anderswo bewährt.

Weitere Neuerung bei mir: Ich habe ein neues Spaßprojekt, nämlich möchte ich ein Jahr lang alles fotografieren, das ich esse. Weil ich gleichzeitig keinesfalls möchte, dass mein Handyspeicher voller Fotos von Essen ist, habe ich zu diesem Behufe mein Instagram-Konto aktiviert und erst einmal alle Follower*innen entfernt und das Konto auf privat gesetzt. Ich habe dort überhaupt noch nie ein Bild gepostet, dennoch folgten mir über 300 Accounts, die mich offenbar als Ruhepol schätzen, als Leerstelle in der Timeline – die es besonders goutierten, einer Person zu folgen, die halt einfach rein gar nichts postet. Damit ist es jetzt vorbei und da ich ungern enttäusche, habe ich einfach alle entfernt.

Und noch etwas Neues reckt ganz zart den Kopf aus einem tiefen Loch hervor: Ich habe die vorsichtige Hoffnung, dass „meine Angelegenheiten“, die mich in ihrer Gesamtheit seit Jahresende kein Land mehr sehen lassen, sich langsam ein wenig zurechtsortieren. Sollte sich das nachhaltig manifestieren, gibt es hier vielleicht bald wieder mehr Content.

7. Februar 2026

Heute also gearbeitet. Das ist das praktische an meinem Job: ich kann zu jeder beliebigen Zeit an jedem beliebigen Tag arbeiten, es ist immer irgendwas los und es sind immer irgendwelche anderen auch gerade da. Es waren sogar ein paar Telefonate möglich. Die nächste Woche ist jetzt vorsortiert, alles, was am Montag verfügbar sein muss, habe ich heute zur Verfügung gestellt und ansonsten viel „Housekeeping“ erledigt, was mir von Dienstag bis Freitag dann wieder Kapazitäten freimacht. Ich bin guter Dinge.

Zwischendrin ging ich einkaufen und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass der nächstgelegene Supermarkt verschwunden war. Ich seufzte tief, drehte um mit dem Plan, in die andere Richtung zum zweitnächstgelegenen Supermarkt zu fahren. Einen halben Häuserblock weiter fand ich den eigentlich gesuchten Markt wieder. Er war noch da, ich lediglich daran vorbeigefahren. Ein typisches Stressymptom bei mir: räumliche Desorientierung. Das Fahrrad abends nicht wiederfinden, von der anderen Seite also sonst in die eigene Straße einbiegen und denken „wo bin ich hier dieses Haus da vorne habe ich noch nie gesehen!“, in der Bahn nicht mehr auseinanderhalten können, ob ich in oder gegen die Fahrtrichtung sitze. Ich muss weiter wachsam sein und immer gut ausschlafen, damit die Situation nicht kippt.

Damit ich es besonders schön habe kaufte ich mir Blumen und Zutaten für einen Kuchen, der alle in der Küche befindlichen Birnen verwertet. Das macht es mir gleich in zweierlei Hinsicht schön, erstens weil ich dann Kuchen habe und zweitens weil ich dann keine überreifen Birnen mehr in der Küche herumliegen habe. Der Kuchen war eine Improvisation aus eben Birne, gemahlenen Haselnüssen und dunkler Schokolade, sehr lecker, er würde von ungesüßter Schlagsahne noch profitieren, doch habe ich keine Sahne im Haus und dass der Kuchen den Montagabend noch erlebt ist höchst unwahrscheinlich. Nicht schlimm. Birnen sind hier immer mal wieder plötzlich überreif, es wird weitere Chancen geben.

Korrespondenz mit Schwester N zu Papa N, mit Herrn Herzbruch zu Frau Herzbruch, mit Schanuf zum Dackel. Keines dieser Themen ist heute in eine eklatant falsche Richtung gelaufen. Bis sie alle aufgelöst sind, wird es noch ein wenig dauern.

Fast fehlte es mir heute auch, dass irgendwelche Leute mir über sieben Stunden lang ins Ohr labern und ihren Blick auf die Welt schildern, ohne, dass ich ihnen antworten und Einwände erheben kann (was ich nach wie vor für ein überaus seltsames Format der Erbauung halte). Aber gleich morgen werde ich wieder viele Stunden Autofahren und mich überraschen lassen, wessen Gedanken mir dieses Mal dargeboten werden.

6. Februar 2026

Heute war Tag der Medizin. Und der Pflege.

Morgens hatte ich einen Termin bei der Hausärztin für Blutabnahme und Impfung (Pneumokokken). Anschließend fuhr ich drei Stunden Auto, zwei Stunden davon telefonierte ich immer wieder für Papa N. mit der Klinikärztin, dem Sozialdienst der Klinik, dem Pflegedienst und einem Pflegeheim. Und mit Schwester N. Denn Papa N, das ist schön, hat sich stabilisiert und kann entlassen werden, jedoch nicht mehr nach Hause sondern nun in ein Pflegeheim. Um 11 Uhr vormittags waren sich alle Beteiligten einig, dass „sofort jetzt“ doch etwas überstürzt ist und die Angelegenheit wurde auf Montag vertagt.

Ankunft in Krankenhaus 1 – Papa N. war der Ruhepol im Chaos. Auf meine Mitteilung, dass seine medizinischen Probleme unerklärlicherweise, aber dennoch nachweislich, verschwunden wären, reagierte er konsterniert mit „Aber ich kann doch nicht ewig leben!“ „Geburtstag feiern können wir aber schon noch, oder?“ antwortete ich. Es ging noch etwas hin und her, wann der Geburstag sei und wie lange es bis dahin noch ist, dann stimmt er zu, nur müsse er vorher noch zum Friseur. Das lässt sich gut einrichten, der Friseur kommt im Pflegeheim immer dienstags.

Im Anschluss besichtigte ich eben dieses Pflegeheim mit dem Dienstagsfriseur, aber nur von außen, von innen hatte Schwester N es bereits besichtigt.

Dann fuhr ich weiter in die Wohnung von Papa N., um dort nach dem Rechten zu sehen. Er ist ja seit Ende Dezember mit wenigen Tagen Pause in Krankenhäusern unterwegs, da muss in der Wohnung mal wer gucken. Es war alles in Ordnung dort. Und sehr ruhig und angenehm, ich legte mich nur eine kleine Sekunde in das Pflegebett und schlief sofort ein.

Als ich wieder aufwachte, schmerzte der Impfarm. Doch nun war es Zeit für Krankenhaus 2 – Frau Herzbruch besuchen. Ich hielt den Besuch kurz, gab im wesentlichen nur Genesungs-Cherry-Coke-und-Chipsfrisch-ungarisch ab.

Schon fuhr ich wieder Auto, dieses Mal vier Stunden. Ich hörte einen Podcast mit Benni und Dennis (von denen ich zuvor noch nie gehört hatte). Irritierenderweise verbrachte ich ungefähr die Hälfte des Podcasts damit, mich zu fragen, welche merkwürdige regionale Sprachfärbung die beiden wohl sprechen um dann zu erfahren, dass sie aus Düsseldorf kommen, wie ich selbst. Ich hatte auf irgendwas weiter nördlich getippt, Münster oder so.

Dann hörte ich noch einen Podcast mit Peter Vajkoczy – sieht er Drosten ein bisschen ähnlich? Vielleicht werde ich sein Buch noch lesen.

Als nächstes wäre eine Folge mit Psychoanalytiker*innen gelaufen, doch ich konnte jetzt wirklich nicht noch weiter anderen Menschen zuhören sondern wollte unbedingt selbst sprechen, nicht als Monolog vor mich hin sondern mit einer Person. Dieses Bedürfnis könnte man mal psychoanalysieren. Jedenfalls rief ich Schanuf an und bin nun auch in Bezug auf das Dackelchen auf dem aktuellen Stand.

Morgen werde ich arbeiten und Wäsche waschen. Ich freue mich darauf.

WmdedgT 2/2026

(Alles zu WmdedgT wie immer bei Frau Brüllen)

Man behauptet, es sei der 5. Februar. Für mich ist es ungefähr der tausendsiebenhundertneunungvierzigste Januar. Ich stecke in einer Endlosschleife aus Krankenhausthemen und beruflichen Herausforderungen. Meine Stimmung ist den Umständen entsprechend hervorragend, allein das ist verdächtig.

Ich stand heute irgendwann auf. Seit ich meinen Urlaub zum zweiten Mal abgesagt habe, weigere ich mich, einen Wecker zu stellen. Wenigstens in Bezug auf Schlaf soll der Körper, besonders das Gehirn, bekommen, was es verlangt. Als ich mich – heute passend für einen wichtigen Termin – angekleidet hatte, begab ich mich ins Büro. Ich kann mich offen gesagt nicht erinnern, welches Transportmittel ich benutzte und welchen der möglichen Wege ich einschlug. Irgendwann war ich halt da. So ist das derzeit.

Was ich im Büro bis zum Termin tat, weiß ich nicht mehr. Ich arbeitete mich durch Listen voller kleiner, notwendiger Aufgaben. Sie sind sauber priorisiert, daher gehe ich davon aus, dass alles sinnvoll und zeitgerecht war. Zwischendurch auch kurz Korrespondenz mit Frau Herzbruch, bekanntlich auch in einer Klinik.

Beim Termin selbst war ich komplett innerlich und äußerlich präsent und alert, vermutlich könnte ich das Gesprochene exakt im Wortlaut wiedergeben, vielleicht sogar mit verstellten Stimmen. Die ganzen dreieinhalb Stunden. Das wird mir noch nützlich sein, dieser Termin war zentral für eins der sieben großen Themen, die meinen Urlaub verhindern und die ich daher eins nach dem anderen erledigen muss, nicht zwingend auf einen Streich, sieben Streiche sind auch okay.

Anschließend ging ich mit einigen aus der Terminrunde zum Mittagessen, wobei es für mich Frühstück war, und aß Wagyu Katsu Sando. Das war sehr lecker!

Den Nachmittag verbrachte ich mit einem weiteren der großen Themen. Wenn alles gut läuft, wird das nächste Woche einen Abschluss finden, dann sind es nur noch sechs.

Ich machte relativ früh (18 Uhr) Feierabend, denn es gab eine gute Nachricht: der kleine Dackel von Schanuf konnte aus der Tierklinik entlassen werden. Das ist schon einmal sehr schön – ob alles gut wird, ist leider noch fraglich, die nächsten Tage werden das zeigen. Momentan ist die Situation fragil, so dass ich benötigte Dinge einkaufte und anlieferte und einen Krankenbesuch machte, der hoffentlich kein Abschiedsbesuch war.

In der S-Bahn schwallartiges Nasenbluten, man reichte mir Taschentücher.

Gegen 20 Uhr kam ich zu Hause an und telefonierte eine Stunde mit meiner Schwester zur Krankenhaussituation von Papa N. Auch die ist sehr fragil.

Jetzt Katze füttern, vielleicht mich selbst noch füttern. Ich bin unsicher, ob das heute Abend noch lohnt.

Gute Wünsche werden für alles entgegengenommen: für Frau Herzbruch, für Papa N., für den Dackel, und nicht zuletzt auch für meine Nerven.

6. Januar 2026

Im Bahnhof heute morgen blinkte vor dem U-Bahn-Eingang rot das Schild, das besagt, man solle bitte nicht weitergehen. So ein Persönchen mit ausgestreckten Armen in einem Kreis. Dennoch strömten wie Lemminge alle die Treppe hinunter zum Bahnsteig. Ich habe es nicht verstanden.

Später eine sehr schöne Situation. Ich muss ja eine Stelle nachbesetzen und heute kam dafür eine recht gut passende Bewerbung von einer Frau, die denselben Nachnamen trägt wie die, die gekündigt hat. Und denselben Anfangsbuchstaben vom Vornamen. Wie superpraktisch ist das denn? Niemand muss sich einen neuen Namen merken, ich muss noch nicht einmal das Türschild ändern lassen und sogar die Netzwerk-ID bleibt gleich! Win-win-win! Außerdem bietet es so viel Raum für beiläufige Scherze. Es erinnert mich an die schönen Zeiten als ich mal drei Florians zusammen in einen Raum setzte und einmal, das war zugegebenerweise nicht so nett, Philip, Phillip und Philipp sowie Frederick, Frederic und Frederik. Mir scheint, heute heißen die jungen Menschen, die ins Praktikum zu uns kommen, wieder unterschiedlicher. Dafür sehen sie ähnlicher aus. Oder vielleicht ist das auch nur meine Perspektive mit ein paar Lebensjahren mehr Abstand.

Bezüglich Frau S, also der alten (die gekündigt hat) Frau S und der neuen (die sich beworben hat) Frau S, kann ich mir auch einen Psychothrillerbeginn vorstellen. Vielleicht ist es dieselbe Person! Wir gingen ja nicht ganz im Guten auseinander, will sie sich rächen? Oder eine Zwillingsschwester? Die Bewerbung ist ohne Bild aber ich habe gelinkedint und man könnte eine Ähnlichkeit in die Bilder interpretieren. „Unsere“ Frau S hatte laut ihren Erzählungen den Kontakt zu ihren Geschwistern abgebrochen. Vielleicht sind die Frauen S wirklich Geschwister aber wissen nicht, dass die eine schon einmal bei uns war. Viel Material für Filme!

Geärgert habe ich mich heute auch, über eine Bekannte, die sich von WhatsApp verabschiedete mit einer recht lapidaren Nachricht, man könne sich ja einen anderen Messenger installieren. Es ist nicht so, dass ich nicht auch andere Messenger installiert hätte. Was mich piekst ist die Beiläufigkeit solcher Verlautbarungen, in meinen Augen immer verbunden mit dem Luxus, sich nicht um jemanden kümmern zu müssen, dem Wechsel von irgendwas nicht leicht fallen; keine Verantwortung für jemanden zu tragen, dessen Angelegenheiten man mitregeln muss. Da spricht es sich leicht lapidar. Und ich frage mich, warum ich überhaupt noch nie eine Nachricht in der Art von „du, ich möchte weg von WhatsApp aber gern den Kontakt zu Dir halten – wie kann das am besten funktionieren, was nutzt Du sonst so?“ bekommen habe.

Auf dem Rückweg wollte das Fahrrad vor der Kälte kapitulieren, naja nicht das ganze Rad, nur die Kettenschaltung, die so bedrohlich knackte, dass ich einen Bruch befürchtete und dann doch lieber schob. „Nein, Herr, die Kettenschaltung bricht nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen“. Ich habe jetzt einen Dauerohrwurm vom Eisernen Heinrich. Zum Glück schmerzt mein Herz aber gar nicht, ich bin nur etwas angestrengt und sehne mich nach Urlaub. Noch sieben Arbeitstage bis dahin.