18. April 2026
Heute haben wir die Schlüssel zur Wohnung von Papa N an den Vermieter zurückgegeben. Alle, denen ich in der Woche zuvor von diesem anstehenden Ereignis erzählte, machten ein ernstes Gesicht und sagten Dinge wie „Ohje“ und „Das ist sicher schwierig“. So wie auch schon in den letzten 8 Wochen, in den wir alles sichteten, sortierten und ausräumten.
Für mich war es bisher nicht schwierig, ich war aber natürlich auf der Hut, ob es heute schwierig sein könnte und forschte in mich hinein. Ich hatte die Wohnung, nachdem viele Möbel in Ms Umzugswagen verschwunden waren, noch nicht dementsprechend leer geräumt gesehen. Das hätte komisch sein können. Und ich stellte es mir komisch vor, zum letzten Mal die Tür zu schließen. Dann andererseits auch nicht, man schließt ständig irgendwelche Türen zum letzten Mal, macht es sich nur nicht bewusst und kann natürlich alles mit Bedeutung aufladen, wenn man dazu neigt. Ich neige dazu nicht. Aber die Tür zum Elternhaus ist dann ja vielleicht doch, naja, wir werden sehen, dachte ich mir.
Die leer geräumte Wohnung war nicht komisch, nur noch ein Stück fremder als sowieso schon. Es war alles ganz einfach. Ich weiß gar nicht, wer die Tür letztendlich ins Schloss zog, meine Schwester oder der Vermieter oder ich. Es war egal.
Das Wetter war auch sehr sanft zu uns, kein strahlender Sonnenschein, aus dem man irgendwie in Aufbruchstimmung „Break Forth, O Beauteous Heavenly Light“ angestimmt hätte und auch kein strömender Regen, quasi der Himmel weint, all das nicht, es war leicht bewölt, ab und zu Sonne, einmal ein paar Minuten Nieselregen doch da saßen wir schon unter dem Dach der Pizzeria und stießen an.
Auf dem Rückweg machte ich noch einen Stopp auf dem Autobahnparkplatz Pfaffenbach West, um eine halbe Stunde im Sitzen zu schlafen.
Ist das also erledigt. Ich war seit dem Jahreswechsel, also in den letzten 16 Wochen, 22 Mal dort, rund 11.000 Autokilometer, erst in verschiedenen Krankenhäusern, dann häufige Besuche zum Einleben im Pflegeheim, dann zum Wohnungsauflösen. Wenn ich mir überlege, dass es in den letzten Jahren mein größtes Überforderungsszenario war, dass Papa N. nicht mehr in seiner Wohnung bleiben kann, bin ich überrascht, wie smooth das gelaufen ist. Ich habe keinen Schwimmtermin und kein Chorkonzert ausfallen lassen und nur sehr wenige Verabredungen verschoben.
Das haben wir echt gut hinbekommen! Und ich hoffe, meine Lebensphase des Schlafens auf Autobahnparkplätzen ist damit auch beendet.
