31. August 2025 – Last day of summer (yeah!)
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, am Donnerstag. Danach war Freitag, bei mir wie wohl bei allen anderen auch, so man denn die Tage im Blick hat. Hatte ich im Urlaub nicht, für mich ist es daher in dieser Woche neu und erwähnenswert.
Freitag war zu viel Arbeit, ich beschloss, dass ich nicht nahtlos vom Büro zum Chor gehen und dann nach nur 8 Stunden Aufenthalt zu Hause (das wäre inklusive sehr spätem Abendessen, Schlaf und morgens wieder Duschen und Anziehen) nach Düsseldorf zu Papa N fahren kann. Ich ging vom Büro nach Hause und setzte mich in den Sessel. Die Therapeutin wäre stolz auf mich.
Samstag hatte Papa N nämlich einen Termin beim Optiker und ich hatte unfassbar viel Spaß. Ich kann nicht exakt erklären, warum, doch Papa N mit diesem Augenmessgerät war ein Bild, bei dem ich vor Lachen zusammenbrach, ich musste kurz sogar den Raum verlassen und mich ein bisschen beruhigen. Vielleicht lag es daran, dass Papa N. in Grau gekleidet war und dann eben mit diesen silbergrauen Platten vor den Augen da saß. Vielleicht lag es auch daran, dass seine Nase und der etwas grimmige Mund so perfekt zum Gesamtbild passten, dann noch vor der Brust recht paternalistisch verschränkte Finger. Jedenfalls sah er als Gesamtbild aus, wie irgendeine völlig absurde, aber mächtige außerirdische Figur, vielleicht aus Dr. Who.
Dazu hatte er eine wirklich gute Zeit, immer mal sagen, was besser und was schlechter ist, was heller und was dunkler, kontrastreicher oder verschwommener. „So oft werd ich heutzutage selten nach meiner Meinung gefragt!“, teilte er dem Optiker mit. Später machten wir noch einen Ausflug durch drei Supermärkte und gingen dann in ein Café, eigentlich ein Eiscafé und doch aß ich dort eine der besten Waffeln, die ich außerhalb meiner eigenen vier Wände jemals gegessen habe. Deutlich besser zu der Waffel in Dingens, unfassbar viel besser als die grauenhafte Waffel, die ich mit Fragmente in Brüssel aß, auch noch ein gutes Stück besser als die Waffeln, die es hier in Offenbach bei „Die Waffel“ gibt, und die sollten ja wohl Spezialkompetenz haben.
Die Waffel war außen knusprig und innen weich-fluffig, nicht zu süß und knallheiß. Papa N fand sie zu heiß, er aß nur die Sahne und die Kirschen. Und seinen Eiskaffee zu kalt, von dem aß er auch nur die Sahne und dann noch die Eiswaffel. Dann bestellte er ein Bier, das war perfekt.
Auf der Rückfahrt kaufte ich noch für uns hier zu Hause ein, dabei traf ich im Supermarkt, also bei Aldi, eine Katze. Sie stand in Begleitung eines Mannes vor dem Katzenfutter, war sehr kontaktfreudig und fühlte sich sichtlich nicht nur wohl sondern als Herrin des Supermarktes. Die beiden standen hinter mir in der Kassenschlange und, wie sich später herausstellte, hatten genau neben mir geparkt. Das Auto hatte ein belgisches Kennzeichen und etwas verblüfft fragte ich „Sind Sie mit der Katze aus Belgien unterwegs?“. „Ja“, sagte der Mann, „wir sind nur auf der Durchreise, aber sie hatte Hunger, da haben wir hier kurz angehalten.“ Ganz logisch alles.
Der Tag heute war mit Papierkrams gefüllt. Wie schon berichtet hat M nun eine Wohnung am Studienort gefunden, das ist schon aufregend genug, und sie wird nicht nur Mieterin sondern auch Untervermieterin sein, denn sie gründet eine WG. Da gibt es nun viel zu erklären und ich hatte den Ehrgeiz, mit ihr einen Untermietvertrag zu schreiben, den alle Beteiligten auch wirklich von vorne bis hinten verstehen. Morgen gibt es noch den Feinschliff.
Ach ja, und morgen ist September, jetzt beginnen für mich die guten Monate!